Hacker: Das passiert mit Ihren Daten im Internet

Datenmissbrauch vorbeugen, Featured, Gefahren im Netz

Benutzerkonten und Daten: Attraktives Ziel für Hacker

Wer heute online ein Benutzerprofil anlegt, muss viele persönliche Daten abgeben. Es wird nicht nur nach Namen und E-Mail-Adresse gefragt, sondern meist auch nach Geburtsdatum, Telefonnummer und Bankverbindung. Nutzer können selten frei entscheiden, ob sie all diese Daten wirklich angeben müssen, denn oftmals suggerieren Webseiten- und Appbetreiber, dass Kunden-Accounts bzw. Nutzerkonten ohne diese Daten gar nicht angelegt werden können.

Doch was ist schon dabei, die Daten preiszugeben? Viele Nutzer legen schließlich Sicherheitseinstellungen fest, so dass ihre Fotos nur von Freunden gesehen werden können. Und wenn der Account doch mal gehackt wird? Dann lautet die Antwort häufig: „Das macht nichts, meine Fotos können ruhig alle sehen – ich habe nichts zu verbergen.“

Hacker-Daten sind wertvoll

Doch diese Annahme ist leider naiv. Die meisten von uns können sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, was Hacker mit unseren Daten machen und warum Cybergangster so erpicht darauf sind, an unsere persönlichen Daten zu kommen.

Haben Sie eigentlich einen Überblick, wie viele Accounts Sie besitzen? Denken Sie jetzt nicht nur an die gängigen sozialen Netzwerke, die Sie täglich nutzen. Überlegen Sie zudem, wie viele Profile Sie im Laufe der vergangenen zehn bis zwanzig Jahre angelegt haben, wenn Sie online etwas bestellt haben. Erstaunlicherweise  besitzt jeder Deutsche mittlerweile im Durchschnittlich 92 Benutzerkonten!

Leichte Beute für Hacker

Die wenigsten wissen überhaupt noch, wo sie Nutzerkonten angelegt haben. Geschweige denn, wie die Zugangsdaten jeweils lauten. Ein Tipp: Versuchen Sie, sich bei Ihrem Telefonanbieter mit Ihrem gängigsten Passwort online anzumelden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie Erfolg haben. Denn die meisten von uns wechseln ihre Passwörter nicht oder nur höchst selten und vor allem nutzen wir meist ein und dasselbe Passwort für verschiedene Logins.

Das wissen auch Hacker – und es macht ihnen das Leben leicht. So reicht ein Login, um auf verschiedene Profile zu gelangen. Ein Hacker macht so schnelle Beute und kommt mit einem Schlag an viele Ihrer Daten heran.

Ihr Foto im Pornokanal

Doch was passiert eigentlich mit den Hacker-Daten? Die Vielfalt der Nutzung ist enorm.

Accounts, die gekapert wurden, werden etwa für rechtsradikale Parolen oder für andere inakzeptable Äußerungen missbraucht. In diesem Fall droht den Opfern kein finanzieller, wohl aber ein Reputationsschaden.

Fotos, die in sozialen Netzwerken gestohlen werden, finden sich auf anderen Online-Plattformen wieder. Sie werden etwa in Pornografie-Portalen oder anderen Netzwerken genutzt, um gefälschte Profile anzulegen. Häufig stecken afrikanische Bandenkriminelle dahinter, die über Fake-Accounts Kontakt zu unbedarften Opfern aufnehmen, sich deren Vertrauen erschleichen und schließlich Geld ergaunern wollen.

Zu einem direkten Schaden kann es kommen, wenn Hacker einen Account geknackt haben, in dem Bankdaten hinterlegt wurden, etwa:

  • bei Online-Bezahldiensten wie Paypal oder
  • auf Internet-Handelsplätzen wie Ebay oder Amazon, aber auch
  • beim E-Mail Provider können Zahldaten für die Nutzung eines Premiumaccounts hinterlegt sein.

Mit diesen Daten können die Kriminellen im Namen ihrer Opfer einkaufen. Die Kosten werden z. B. vom Konto abgebucht und die Waren einfach an eine andere Adresse gesendet.

Hacker-Daten sind hoch lukrativ

Der Hauptgrund aber, warum Daten aus Nutzerkonten gestohlen werden, ist der anschließende Verkauf der Daten. Die erbeuteten Datensätze werden im Darknet zum Kauf angeboten. Das ist für die Datendiebe hoch attraktiv. Hacker machen jährlich damit Milliardengewinne. Der Internet-Schwarzmarkt ist international organisiert und gilt schon längst als lukrativer als der Drogenhandel. Einzelne Daten kosten oft nur wenige Cent oder Zugänge für gehackte Server wenige US-Dollar – hier macht es vor allem die Masse erbeuteter Daten. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im Sommer 2017 auf einer Underground-Economy-Plattform im Internet eine Sammlung von rund 500 Millionen ausgespähten Zugangsdaten für E-Mail-Konten gefunden. Über das Tor-Netzwerk können Käufer anonym surfen und mit einer elektronischen Währung illegale Käufe abwickeln, ohne von Strafverfolgungsbehörden gefunden zu werden.

Prüfen Sie mit Owl, ob Ihre persönlichen Daten illegal gehandelt werden.

Owl — Ihre digitale Alarmanlage zum Schutz vor Identitätsdiebstahl

Nur 4,49 €/Monat (inkl. MwSt.)

Share This