Bar oder Unbar – Ist das hier die Frage?

Trends und Tipps

Bar oder unbar – Ist das hier die Frage?

Für die einen ist nur „Bares wirklich wahres“, für die anderen ist Bargeld eher lästiges und schweres Münzgeld statt praktisches Zahlungsmittel. Bargeld, Karte oder Smartphone – womit zahlt Deutschland in Zukunft?

In kaum einer anderen Nation wird so gerne mit Münzen und Scheinen bezahlt wie in Deutschland. Laut Einzelhandelsinstitut (EHI) wurde 2016 gut die Hälfte (51,3%) der Umsätze in Geschäften – vom Bäcker über den Baumarkt bis zur Kneipe – mit Bargeld erwirtschaftet. Nach Aussage der Deutschen Bundesbank tragen die Menschen durchschnittlich 107 Euro Bargeld mit sich im Portemonnaie – der Mittelwert in der Eurozone beträgt nur 65 Euro. In Deutschland werden Dreiviertel der kleinen Einkäufe bis 25 Euro bar bezahlt. Mit der EC-Karte werden vor allem Beträge zwischen 40 Euro und 50 Euro beglichen. Nur 6 Prozent der Käufe werden mit Kreditkarte beglichen – in der Regel für Warenwerte ab 60 Euro[1].

Anteile Zahlungsarten - Deutschland

Schweden: Kirchenspenden mit Kollektomat

In anderen Ländern, gerade in Skandinavien, angelsächsischen Staaten oder den Schwellenländern, sieht die Situation ganz anders aus. Dort wächst das bargeldlose Zahlen rasant. In Schweden etwa gibt es bereits Geschäfte, die keine Bargeldkasse mehr führen. Auch Kleinstbeträge werden gerne bargeldlos bezahlt. Seit 2013 kann man in Stockholm, Göteborg und Malmö im Bus nicht mehr bar bezahlen. Wer ein Handyticket erwerben will, braucht ein schwedisches Mobiltelefon und muss sich vorab bei dem Dienst anmelden. Kirchen sammeln Spenden über Kollektomaten für Geldkarten bargeldlos ein[2]. Inzwischen wird – ebenso wie in Dänemark – über eine vollständige Abschaffung des Bargeldes diskutiert.

Bargeld ist universell, aber teuer

Doch ob bar oder unbar: beide Zahlungsvarianten haben Vor- und Nachteile, etwa im Bereich Zugang, Datenschutz, Kosten und Sicherheit.

Wer Bargeld haben möchte, muss in die Filiale oder zum Geldautomaten laufen. Es kann verloren gehen, es muss im Ausland umgetauscht werden und man kann an Falschgeld geraten. Manche Dienstleistungen kann man heute gar nicht mehr bar entrichten, etwa die Stromkosten oder die Miete. Für die Händler ist Bargeld teuer – Geldtransport, Versicherung und Wechselgeldbeschaffung kosten Geld. Laut einer Studie der Berliner Steinbeis-Hochschule belaufen sich die Kosten des Bargeldsystems auf 13 Milliarden Euro im Jahr[3]. Positiv hingegen ist, dass Bargeld jedem Bürger zur Verwendung offen steht – unabhängig davon, ob man ein Konto hat. Mit Bargeld kann jeder sofort, anonym und ohne Zusatzkosten bezahlen. Es ist universell einsetzbar, bietet maximale Flexibilität und ist wertstabil.

Unbar ist praktisch, aber auch nachvollziehbar und begehrt von Cyberkriminellen

Wer eine Giro- oder Kreditkarte besitzt, kann quasi immer zahlen – selbst bei Spontankäufen, die etwas teurer sind. Voraussetzung ist, das Konto ist gedeckt oder der Überziehungsrahmen hoch genug. Auch verliert man schneller den Überblick über die getätigten Ausgaben. Viele Online-Händler berechnen für Zahlungen mit Kreditkarte Zusatzkosten; auch Zahlungen im Ausland werden in der Regel mit Gebühren belegt. Zudem hinterlässt jede Form unbarer Zahlung auswertbare Datenspuren – in Zeiten von Big Data könnte dieser Aspekt wichtiger werden. Wer etwa im Internet bargeldlos bezahlt, muss sich vor Missbrauch schützen. Zugangsdaten können von Cyberkriminellen ausgespäht und das Konto geräumt werden. Das gilt auch für Zahlungen via Smartphone! Innovative Bezahlverfahren, bei denen Dritte Zugriff auf das Konto erhalten, sollten vor diesem Hintergrund besonders gecheckt werden.

Wo geht die Reise hin?

In unserer digitalisierten Welt werden bargeldlose Zahlungsmethoden zunehmen. Unbare Zahlungen sind für die meisten Bürger schneller, einfacher und bequemer abzuwickeln. Entsprechend werden künftig die Zahlungsvorgänge an sich in den Hintergrund rücken und unscheinbar auftreten. In Zukunft wird man öfter kontaktlos bezahlen und sich nicht mehr mit PIN oder Unterschrift authentifizieren, sondern eher mit biometrischen Merkmalen wie Iris-Scan oder Stimmenerkennung.

Doch angesichts der Vielfalt unserer Bevölkerung bleibt auch das Bargeld wichtig und wird deshalb in Deutschland so schnell sicher nicht abgeschafft.

Ob Bargeld im Portemonnaie oder Kreditkarte und Kontonummer: Geldwerte sind Angriffen ausgesetzt. Mit unserem innovativen Identitätsschutz Owl können Sie sich schützen. Informieren Sie sich hier, wie einfach das geht!

[1] Quelle: https://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article163986119/Warum-die-Deutschen-so-verliebt-in-Bargeld-sind.html

[2] Quelle: https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Aufgaben/Bargeld/bargeldsymposium_2014_mueller.pdf?__blob=publicationFile

[3] Quelle: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/digital-bezahlen/warum-ueberhaupt-noch-bar-bezahlen-14108069-p2.html

Lassen auch Sie den innovativen Identitätsschutz Owl über Ihre Daten wachen!

Nur 4,49 €/Monat (inkl. MwSt.)

Share This