Konsumverzicht: Was ist der Kauf-Nix-Tag?

Trends und Tipps

Unser Konsumverhalten, neue Umsatzrekorde im Handel

Konsum rund um die Uhr: Möglich gemacht durch ausgeweitete Öffnungszeiten im stationären Handel, immer mehr Online-Shops, die gestiegene Konjunktur, einfache Kreditvergaben und bargeldlose Bezahlvarianten. Das freut den Handel – der Umsatz im deutschen Einzelhandel wird in diesem Jahr einen neuen Rekord knacken und fast 500 Milliarden Euro betragen. Knapp zehn Prozent davon (48,7 Milliarden Euro) werden mit Online-Handel erwirtschaftet, der Rest entfällt auf den stationären Handel. Die stärksten Umsatzträger sind mit jeweils etwa einem Viertel „Fashion & Accessoires“ (25,2%) sowie „Consumer Electronics/Elektro“ (24,9%).

Konsumtage verleiten zum Geld ausgeben

Zu Konsum und Geld ausgeben regen auch Tage wie der „Cyber Monday“ oder der “Black Friday“ an. Das sind ursprünglich US-amerikanische Konsumtage, an denen der Handel mit Rabatten lockt. „Black Friday“ ist in den USA einer der umsatzstärksten Tage des Jahres. 2016 gaben Verbraucher allein an den vier Tagen von „Black Friday“ bis „Cyber Monday“ 1,1 Milliarden Euro aus.

Zu viel Besitz und verschwenderischer Konsum?

Durchschnittlich besitzt jeder Europäer 10.000 Gegenstände. Jeder Deutsche kauft im Schnitt 18 Kilogramm Kleidung pro Jahr – das entspricht 50 bis 70 Kleidungsstücken. Damit sind wir im weltweiten Vergleich gemeinsam mit den USA und der Schweiz Spitzenreiter. Rund 40 Prozent der Bekleidung werfen wir ungetragen oder so gut wie neu in den Müll. So sammeln sich jährlich 800.000 Tonnen Kleidermüll in Deutschland an. Zu viel konsumieren wir auch an Lebensmitteln: Jährlich landen in Deutschland 11 Millionen Tonnen Nahrungsmittel im Wert von circa 25 Milliarden Euro in der Tonne. Im Durchschnitt wirft jeder Bundesbürger pro Jahr etwa 80 Kilogramm „Fressalien“ weg.

Konsumkritik mit Kauf-Nix-Tag

Um den Kaufrausch einzudämmen, hat sich vor einigen Jahren eine Gegeninitiative gebildet, der Kauf-Nix-Tag. Dieser konsumkritische Aktionstag findet seit 1992 jährlich in Nordamerika am letzten Freitag im November statt. Europa hat den letzten Samstag im November dafür ausgeguckt, in diesem Jahr also am 25. November. In über 60 Ländern wurde der Kauf-Nix-Tag bereits organisiert – aufgrund der geringen Bekanntheit hat der Tag jedoch eher eine symbolische Bedeutung. In Deutschland wird der Aktionstag von der „Narra e.V.“ und der Konsumnetz-AG des globalisierungskritischen Netzwerks Attac initiiert.

24 Stunden Konsum-Verzicht

Der 24-stündige Verzicht soll zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten anregen. Zudem soll ein bewusstes, auf Nachhaltigkeit abzielendes Kaufverhalten gefördert werden. Dazu zählt am Kauf-Nix-Tag dann auch, zu verzichten: auf den morgendlichen Coffee-to-go beim Bäcker, beim Spaziergang in der Mittagspause auf das Sonderangebot im Laden nebenan und auf den Glühwein am Abend auf dem Weihnachtsmarkt. Vielleicht trägt der Tag dazu bei, nach dem Kauf-Nix-Tag verstärkt darüber nachzudenken, ob man die Waren tatsächlich braucht, die man gerade bestellen oder in den Einkaufswagen legen will.

Nach dem Kauf-Nix-Tag: beim Bezahlen nachdenken

Ob künftig weiterhin viel oder doch etwas weniger konsumiert wird, auf eine Sache sollten Verbraucher dabei unbedingt achten: auf den sicheren Umgang mit Portemonnaie und Bezahlkarten. Achten Sie bei Einkäufen im stationären Handel und auf Weihnachtsmärkten darauf, dass Sie Ihre Geldbörse immer gut geschützt mit sich tragen. Schließen Sie die Reißverschlüsse von Handtaschen, verwahren Sie die Brieftasche nicht in Außentaschen von Rucksäcken und stecken Sie sie nicht einfach in die Tasche Ihres Mantels.

Bei Online-Einkäufen ist noch mehr Vorsicht geboten:

  • Nutzen Sie ausschließlich seriöse und sichere Online-Shops, die idealerweise über ein Gütesiegel verfügen
  • Prüfen Sie, ob die Websiteverbindung verschlüsselt wird
  • Schützen Sie Ihren Computer oder das Smartphone mit aktueller Anti-Viren-Software
  • Beachten Sie, dass Bewertungen von Online-Shops gefälscht sein können
  • Geben Sie dem Online-Shop nur die persönlichen Daten bekannt, die für den Kauf nötig sind
  • Beachten Sie, dass bei ausländischen Online-Shops der deutsche Verbraucherschutz nicht oder nur bedingt greift
  • Vermeiden Sie Einkäufe mit Vorkasse; am sichersten ist der Kauf auf Rechnung.

 

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