Portemonnaie verloren – das sind die wichtigsten Schritte

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Das sind die wichtigsten Schritte!

Der Verlust des Geldbeutels ist für viele Menschen im ersten Moment ein Schock. Neben dem Bargeldverlust sind auf einen Schlag viele wichtige und vertrauliche Dokumente verloren, wie Personalausweis, Bankkarten oder der Führerschein. Viele Betroffene können zunächst nicht einschätzen, ob das Portemonnaie gestohlen wurde oder verlorengegangen ist. Nun gilt es schnell zu handeln, indem Sie im ersten Schritt Ihre Karten sperren lassen. Dazu sollten sie weitere Punkte nach dem Verlust Ihres Portemonnaies beachten. Schließlich wollen Sie Ihre Daten sichern, damit kein weiterer finanzieller Schaden entsteht und auch schnellstmöglich Ihre Dokumente zurückerlangen bzw. neue ausgestellt bekommen. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Schritte, die Sie nun einleiten sollten.

  1. EC- und Kreditkarten sperren lassen

    Wurde Ihr Portemonnaie gestohlen, könnten Kriminelle Ihre EC- und Kreditkarten nutzen, um sich persönlich zu bereichern. Nach dem Verlust des Bargeldes besteht so das große Risiko, im Nachhinein noch weitere finanzielle Schäden zu erleiden. Aus diesem Grund sollten Sie im ersten Schritt umgehend all Ihre EC- und Kreditkarten sperren lassen.Die Sperrung können Sie durch einen Anruf beim Kundenservice Ihrer Bank beantragen. Allerdings steht die Rufnummer meist auf der Rückseite der Bankkarte, die ja gerade abhandengekommen ist. Wenn Sie nachts oder am Wochenende Ihr Portemonnaie verlieren, besteht zudem die Gefahr, dass der jeweilige Kundenservice nicht besetzt ist.Der Sperr-Notruf 116 116Der schnellste Weg führt über die „Notfallnummer zur Kartensperrung“ – den Sperr-Notruf 116 116. Dabei handelt es sich um eine seriöse Hotline, die 2015 auf Empfehlung des Bundesinnenministeriums ins Leben gerufen wurde. Die meisten EC-Karten (Girocards) können über diese Nummer gesperrt werden, unabhängig von der zuständigen Bank. Die Nummer ist ohne Vorwahl 24 Stunden am Tag erreichbar und zudem gebührenfrei. Sie erreichen dort einen Berater, der Sie auffordert, Bankleitzahl und Kontonummer der betroffenen Karte über Ihr Mobiltelefon einzugeben. Innerhalb kurzer Zeit wird Ihre Bankkarte gesperrt.Ein ergänzender Service ist das Angebot der „Sperr-App“, die im App-Store heruntergeladen werden kann. Hier besteht die Möglichkeit die Bankdaten zu hinterlegen oder im Falle eines Verlustes einzugeben. Über die App können Sie dann die Sperrung der Bankkarten veranlassen.

    Das Angebot des Sperr-Notrufs erstreckt sich mittlerweile auch auf weitere Dokumente. So ist es bereits möglich, Mitarbeiterausweise von Firmen, die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises sowie Handy-SIM-Karten sperren zu lassen. In der Liste der teilnehmenden Medien können Sie einsehen, ob sich z.B. Ihr Arbeitgeber oder der Anbieter Ihres Handy-Vertrages unter den Teilnehmern befindet. Sie als Karteninhaber müssen sich dagegen zu keinem Zeitpunkt für eine Nutzung des Notrufs registrieren.

  2. Verlust des Portemonnaies bei der Polizei melden

    Nach der Sperrung Ihrer Karten sollten Sie im nächsten Schritt eine Verlust- bzw. Diebstahlanzeige bei der Polizei aufgeben, auch wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie Ihr Portemonnaie verloren haben oder es gestohlen wurde. Dies hat im weiteren Verlauf mehrere Vorteile:

    • Wird Ihre Geldbörse gefunden, bekommen Sie Ihr Eigentum schneller zurück. Die Polizei hat bereits Ihre Daten aufgenommen. So kann die Identifizierung rasch erfolgen.
    • Benutzt ein Fremder Ihre Karten oder begeht kriminelle Handlungen mit Ihren Daten, kann schnell ausgeschlossen werden, dass Sie mit den Handlungen in Verbindung stehen.
    • Die Hausratsversicherung verlangt für eine Kostenerstattung möglicherweise eine Diebstahlanzeige.
    • Die Chance, dass Sie Ihr verlorenes Portemonnaie zurückerhalten, ist leider nicht sehr hoch. Die Verlustbescheinigung der Polizei macht es später einfacher, die verlorenen Dokumente neu zu beantragen.

    In der Verlust- bzw. Diebstahlmeldung sollten Sie deshalb, neben Vor- und Nachnamen, möglichst genau angeben, welche Dokumente sich im Portemonnaie befanden.

  3. Weitere Karten sperren lassen

    Mit dem Verlust des Portemonnaies sind meist auch Dokumente wie der Personalausweis, Führerschein, Krankenkassenkarte oder auch mehrere Ausweise für Bahn, Bücherei oder Fitnessstudio nicht mehr verfügbar. Ist bei Ihrem Personalausweis die Online-Funktion eingeschaltet, sollten Sie diese ebenfalls sperren lassen. Dies können Sie neben dem Sperr-Notruf 116 116 auch in einem Bürgeramt veranlassen. Allerdings benötigen Sie dazu Ihr persönliches Sperrkennwort, das Sie bei der Ausgabe Ihres Ausweises erhalten haben.Wenn sich eine der folgenden Karten in Ihrem Portemonnaie befunden hat, sollten sie sich zur Sperrung dieser an den jeweiligen Herausgeber wenden:

    • Krankenkassenkarte
    • Fitnessstudiokarte
    • Monatskarte für öffentliche Verkehrsmittel
    • Bibliotheksausweis
    • Kundenkarten
  4. Wo könnten Sie Ihr Portemonnaie verloren haben?

    Erst jetzt sollten Sie zu dem Schritt übergehen, der für viele Betroffene womöglich an erster Stelle gestanden hätte: Überlegen Sie, wo Ihr Portemonnaie abhandengekommen sein könnte. Wenn es nicht gestohlen wurde, könnte der Verlust in ganz banalen Situationen geschehen sein:

    • Sie haben die Geldbörse auf dem Dach Ihres Autos liegengelassen.
    • Sie ist Ihnen aus der Tasche gefallen.
    • Sie haben Ihr Portemonnaie im Restaurant vergessen.
    • Sie haben es gar nicht mitgenommen und es liegt zu Hause.

    Gehen Sie gedanklich Ihre letzten Schritte durch und überprüfen Sie die Orte, an denen Sie sich zuletzt bewegt haben. Mit etwas Glück finden Sie Ihre Brieftasche selbst wieder. Falls nicht, hat es womöglich ein ehrlicher Finder entdeckt und es zum Fundbüro gebracht.

    Die meisten Fundbüros einer Stadt haben eine Webseite, auf der Sie nach Ihrem verlorenen Portemonnaie suchen können. Fundbüros sind gesetzlich verpflichtet, Fundsachen mindestens sechs Monate lang aufzubewahren. Ab einem Wert von über zehn Euro müssen Sie dem Finder einen Finderlohn von mindestens fünf Prozent des Wertes auszahlen. Solch ein Finderlohn ist nach Paragraph 971 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) vorgeschrieben.

  5. Neue Dokumente beantragen

    Wenn Ihr Geldbeutel samt wichtiger Karten und Ausweise nicht gefunden wird, müssen neue Dokumente beantragt werden. Vor allem bei der Beantragung von Personalausweis und Führerschein sollten Sie einige Punkte beachten.

    • Personalausweis: Einen neuen Personalausweis können Sie im Rathaus oder Bürgerbüro beantragen. Im Rathaus der Stadt, in der Sie derzeit leben, brauchen Sie dafür lediglich ein biometrisches Passbild. Falls vorhanden, sollten Sie zur Sicherheit Ihren Reisepass oder die Geburtsurkunde mitnehmen. Die Kosten betragen etwa 29 Euro zzgl. etwaiger Kosten für das Passbild. Einen vorläufigen Personalausweis bekommen Sie für 10 Euro.
    • Führerschein: Mit einem vorläufigen Personalausweis können Sie dann auch Ihren neuen Führerschein beantragen. Der vorläufige Führerschein wird ohne Bild ausgestellt, ist aber nur in Verbindung mit dem Personalausweis gültig. Für die Beantragung des dauerhaft gültigen Führerscheins benötigen Sie ebenfalls ein aktuelles Lichtbild.
    • Einfacher ist es bei der Beantragung von EC-Karten und der Krankenkassenkarte: Nach der Verlustmeldung und Neubeantragung schicken Ihnen Ihre Bank und Ihre Versicherung die neuen Dokumente innerhalb weniger Werktage zu. Ob die neu ausgestellten Karten kostenpflichtig sind, ist je nach Anbieter unterschiedlich. Auch für die Neubeantragung weiterer Kundenkarten können Kosten anfallen.

Zusammengefasst: Die wichtigsten Schritte

  1. EC-Karten und Kreditkarten sperren lassen
  2. Verlust- bzw. Diebstahlmeldung bei der Polizei
  3. Weitere Karten wie den Personalausweis sperren lassen
  4. Die letzten Aufenthaltsorte aufsuchen und Laufwege rekonstruieren bzw. Fundbüros aufsuchen
  5. Vorläufige und neue Dokumente beantragen

Der Verlust des Portemonnaies birgt neben den oben skizzierten Aufwänden auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die digitale Sicherheit. Gelangen die eigenen Dokumente in kriminelle Hände, können diese die Daten weiterverkaufen oder zum Identitätsmissbrauch nutzen. Wir empfehlen Ihnen ergänzend unseren digitalen Datenschutz Service Owl zu nutzen. So erkennen Sie frühzeitig, wenn Ihre Daten kompromittiert werden und können sich schützen.

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